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Was konnte eine junge, dynamisch-ehrgeizige Band in den frühen 80’igern machen, wenn sie nach ersten Proben zügigst ein Zeugnis ihrer Kreativität an den Mensch bringen wollte, aber auf die Machenschaften und Intrigen der scheinbar übermächtigen Industrie verzichten wollte?
Man bemüht sich zunächst möglichst um ein gutes Mutterband, bestellt sich bei einem günstigen Leerkassettendealer einen Schwung voll Billigtapes, kopiert diese mehr oder weniger fachgerecht und begibt sich in den Dschungel der Gratiskleinanzeigen, um die eminent wichtige Gunst der latenten Käuferschichten zu erheischen.
Das taten auch 1981 zwei Dilletanten in einer Plattenbausiedlung im schönen Ruhrgebiet, oder besser gesagt in Essen. Bestärkt durch die Punk-Bewegung und der D.I.Y. Einstellung Ende der Siebziger entstanden lärmige Soundcollagen realisiert in den eigenen vier Wänden. Homerecording war noch ein relativ neuer Begriff und eine Teac 4-Spur Bandmaschine für die meisten unerschwinglich. So begnügte man sich vorerst mit Billig-Equipment, alten Tapedecks, noch älteren Bandmaschinen und No-Name Mischpulte. Man gab sich so wohlklingende Namen wie Chemische Ameisen Scheisse oder Derdakunst.
Es kommt noch schlimmer.…..
Um die eigenen Produktionen und später auch andere Künstler unter das Volk zu bringen gründete man flux ein eigenes Kassetten-Label mit dem vertrauen erweckenden Namen Kommt Noch Schlimmer Tapes. Kleine Unabhängige Labels und Vertriebe schossen zu dieser Zeit allerorts wie Pilze aus dem Boden und so konnte man recht schnell ein kleines Netzwerk mit Gleichgesinnten Kassettentätern aufbauen. Von 1981-83 erschienen 10 Tapes, meist in ausgefallener Verpackung (Stacheldraht, Glasscherben, Mausefallen), in kleinen Auflagen von 50-362 Exemplaren. Musikalisch ging es in Richtung, experimentellen Krach, bodenständigen Punk und natürlich viel Dilettantisches und Talentfreies.